EBI 20 Jahre

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EBI setzt sich auch in Zukunft für Langzeitarbeitslose ein

Die Esslinger-Beschäftigungs-Initiative (EBI) setzt sich seit 20 Jahren für hilfebedürftige, langzeitarbeitslose Menschen ein und beging am 15. Juni ihre Jubiläums-Feier. Wie wichtig die EBI in der Region ist, zeigte die Liste der Gastredner.Dazu zählten der Bundestagsabgeordnete Markus Grübel, die Landtags-abgeordneten Andrea Lindlohr und Wolfgang Drexler, der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Göppingen, Wilfried Hüntelmann, die Esslinger Sozialamtsleiterin Regina Lutz sowie der Dekan des Kirchenbezirks Esslingen, Bernd Weißenborn.

Die Wurzeln der EBI liegen in der offenen evangelischen Jugendarbeit. 1957 gründeten engagierte Christen in Esslingen einen freien Jugendring. Daraus entstand 1963 der „Verein zur Hilfe straffällig gewordener Jugendlicher“, der 1974 in „Verein Jugendhilfe“ umbenannt wurde. Vor 20 Jahren entstand dann das gemeinnützige Sozialunternehmen Esslinger-Beschäftigungs-Initiative. Dass das Sozialunternehmen bis heute bestehen konnte, ist alles andere als selbstverständlich: Die Arbeitsmarktreformen des Bundes mit massiven Kürzungen und rechtlichen Einschränkungen stellen alle Arbeitshilfeträger in Deutschland – und damit auch die EBI – vor große Herausforderungen. Bundesweit sind seit der Instrumentenreform über 40 Prozent der in der Arbeitshilfe tätigen Unternehmen vom Markt oder in die Insolvenz gegangen oder sie haben sich in größeren Einrichtungen aufgelöst. Die EBI hat ihre Arbeit an die jeweiligen Herausforderungen angepasst und konnte dadurch erhalten werden. Heute bietet die EBI 170 benachteiligten und arbeitslosen Menschen eine neue Chance. Das Fundament der Arbeit bildet der christliche Glaube und damit die Überzeugung: jeder Mensch hat das Recht, seinen Lebensunterhalt soweit wie möglich selbst zu verdienen und seine Fähigkeiten in der Arbeit zu entfalten.

Neben der Beschäftigung im gewerblichen Bereich und in Gemeinwohlprojekten (zum Beispiel Radstation, Elektrorecycling, Forst) bietet EBI auch Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten wie beispielsweise eine Teilzeitausbildung für alleinerziehende Frauen. Der Sozialdienst, die Kontakt- und Vermittlungsstelle oder die Schuldnerberatung unterstützen die Betroffenen dabei, wieder Stabilität und eine Perspektive zu bekommen. Die Zahl der hilfebedürftigen Menschen ist seit der Hartz IV-Reform im Jahr 2005 trotz guter Konjunktur bis heute weitestgehend gleich geblieben. Gleichzeitig haben sich durch die Kürzungen des Bundes in dieser Zeit die Unterstützungsangebote halbiert. Heute wird nur noch jeder zehnte Langzeitarbeitslose gefördert. Hans-Ulrich Rabeneick, Geschäftsführer der Esslinger-Beschäftigungs-Initiative gGmbH, erklärte im Rahmen der Jubiläums-Feier vor den ungefähr 150 Gästen: „Es ist erfreulich, dass mittlerweile auf allen föderalen Ebenen in der Politik wahrgenommen wird, dass die Langzeitarbeitslosigkeit sich verfestigt.

Damit einhergehend wird gefordert, die öffentlich geförderte Beschäftigung auszubauen und die Rahmenbedingungen dafür zu vereinfachen. Auch die Agentur für Arbeit sowie der Städte- und Landkreistag unterstützen diese Anliegen, die auch die Anliegen der EBI sind.“ Eberhard Haussmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbandes Esslingen, erklärte bei einer Rede bei der Jubiläums-Feier: „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für langzeitarbeitslose Menschen wird sich die EBI auch in Zukunft mit aller Kraft für hilfebedürftige langzeitarbeitslose Menschen am Rande der Gesellschaft einsetzen. Es ist wichtig, dass sie über Arbeit am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilnehmen können.“ Viel Wertschätzung, Anerkennung und Dank erhielt die EBI von den Gästen aus Politik und Verwaltung.

Der Bundestagsabgeordnete Markus Grübel zollte der EBI seinen Respekt für die geleistete Arbeit. Den Menschen, die nicht am wirtschaftlichen Erfolg in der Region teilhaben, müsse geholfen werden, sagt er zu Beginn der Jubiläumsfeier. Die Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr anerkannte die große Leistung der EBI, den Langzeitarbeitslosen unter den immer schwierigeren Rahmenbedingungen, Chancen zu bieten. Das Land Baden-Württemberg werde auch unter der neuen Landesregierung Mittel für die Förderung der Menschen bei EBI zur Verfügung stellen und das erfolgreiche Projekt Passiv-Aktiv-Tausch fortführen. Der Dekan des Kirchenbezirks Esslingen, Bernd Weißenborn, verwies auf die enge Verbundenheit der EBI mit der Kirche. EBI sei Anwalt und Lobby für die arbeitslosen Menschen im Landkreis Esslingen. „Nutzen sie EBI für einen Sichtwechsel“, forderte er die Menschen auf. Man solle die EBI einfach mal besuchen, um dabei zu sein und mit den Menschen am Rande der Gesellschaft zu sprechen.

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